Ihr Anwalt für Erbrecht in Braunschweig

Anwalt für Erbrecht in BraunschweigDas Erbrecht in Deutschland ist das Recht, Verfügungen über das Eigentum oder andere veräußerbare Rechte bis zum Eintritt des eigenen Todes zu regeln und andererseits auch Begünstigter solcher Verfügungen zu werden, also zu erben. Dies kann jeweils auf verschiedene Art und Weise geschehen, beispielsweise durch Testament, Erbvertrag, gemeinschaftliche Ehegattentestamente oder durch vorweggenommene Erbfolge. Auch wenn die Gedanken an das eigene Ableben niemandem von uns angenehm sind, so macht es dennoch Sinn, sich frühzeitig mit den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Nachlasses zu beschäftigen, da in jedem Fall steuerliche Nachteile vermieden werden können und oft auch Streit der Erben untereinander, letzteres vor allem durch klare testamentarische Regelungen.

Beispiel Berliner Testament

Mit dem sogenannten Berliner Testament können sich Ehepartner oder auch Lebenspartner einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Das Vermögen wird dann erst nach dem Ableben des als Erben eingesetzten Partners an weitere Berechtigte, etwa gemeinsame Kinder, vererbt. Eine solche Verfügung kann von dem Überlebenden nicht widerrufen oder geändert werden, wenn dies nicht ausdrücklich vorher vereinbart wurde. Probleme können sich ergeben, wenn Kinder nach dem Ableben des vorversterbenden Ehegatten Pflichtteilsansprüche geltend machen. Wenn Sie Ihren Ehepartner als Alleinerben einsetzen wollen, empfiehlt es sich, eine Pflichtteilsklausel im Testament aufzunehmen. Aus steuerlicher Sicht sollte das Berliner Testament vor allem dann überprüft werden, wenn größere Vermögenswerte übertragen werden. Die derzeitigen Steuerfreibeträge richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad des Erbberechtigten. Bei Ehegatten beträgt der Steuerfreibetrag derzeit 500.000,00 €. Für Kinder und Stiefkinder liegt er bei 400.000,00 €.  Der Steuerfreibetrag für Enkel beträgt 200.000,00 €.Bitte bedenken Sie, dass Testamente jeweils recht strengen Formvorschriften unterliegen, sodass es in jedem Fall ratsam ist, bei der Erstellung einen Experten zu Rate zu ziehen. Häufig werden Formvorschriften nicht beachtet mit der Folge, dass ein Großteil der in Deutschland erstellten Testamente massiv fehlerhaft sind, was im schlimmsten Fall  die Unwirksamkeit nach sich ziehen kann. Vielfach werden bestehende Testamente  nicht regelmäßig gepflegt, obwohl persönliche oder tatsächliche (wirtschaftliche) Veränderungen eingetreten sind.

Das Ehegattenerbrecht

Nach dem Tod eines  Ehepartners ist der überlebende Gatte nicht automatisch alleiniger Erbe. Vielmehr haben, sofern kein anders lautendes Testament vorliegt, auch Verwandte erster und zweiter Ordnung, also Kinder oder Eltern, ein Recht auf einen Erbteil. Sind beispielsweise gemeinsame  Kinder vorhanden, so erhält der Ehegatte nach dem Gesetz ein Viertel des  Erbteils, ohne Kinder die Hälfte. Abweichungen hiervon können sich ergeben, wenn die Eheleute im Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben. Dann erhöht sich der gesetzliche Erbteil um ein weiteres  Viertel. Im Fall einer Gütertrennung verteilt sich das Erbe zu gleichen Teilen auf die Kinder und den Ehegatten: Letzterer erhält dabei mindestens ein Viertel.

Der Pflichtteil

Falls Sie im Testament nicht berücksichtigt werden, erhalten Ehepartner,  Kinder oder – bei kinderlosen Ehepaaren – die Eltern die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dieser Pflichtteil wird von den eingesetzten Erben in Form einer entsprechenden Geldsumme ausgezahlt. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass der Anspruch  nicht automatisch erfüllt wird, sondern er muss geltend gemacht werden. Dies innerhalb von einer Frist von 3 Jahren und am besten über einen Anwalt.

Das eigenhändige Testament

Relativ einfach können Sie Ihren Nachlass mit einem komplett handschriftlich verfassten Testament regeln. Hierbei muss wirklich der gesamte  Text handschriftlich geschrieben sein und mit Ort, Datum und persönlicher  Unterschrift versehen werden. Nachträgliche Ergänzungen müssen Sie separat unterzeichnen, da diese sonst ungültig sind. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte sich auch hier anwaltlich beraten lassen.

Wann ist ein Testament ungültig?

Ein Testament ist dann ungültig, wenn der Erblasser beim Verfassen „testierunfähig“ war. Das kann dann der Fall sein, wenn der Erblasser durch Bewusstseinsstörungen oder Geistesschwäche infolge einer Demenz beim Erstellen des Testamentes die Tragweite seiner Entscheidungen nicht mehr abschätzen konnte und nicht in der Lage war, seinen Willen frei von Einflüssen Dritter zu formulieren. Auch sittenwidrige Testamente sind unwirksam. Dies kommt z.B. dann in Betracht, wenn ein Erbe ausschließlich als Gegenleistung für sogenannte sexuelle Hingabe versprochen wird. In jedem Fall gilt, dass steuerrechtliche Freibetragsregelungen unbedingt optimal ausgenutzt werden sollten. Hier beraten wir Sie gern. Im übrigen auch in Fragen von Auskunfts- und Rechenschaftspflichten nach dem Todesfall oder helfen Ihnen in Fragen von Pflichtteilsansprüchen bzw. deren Geltendmachung und bei Fragen zu einer eventuellen Erbausschlagung bei Überschuldung des Erblassers.

Generalvollmacht, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Wir beraten Sie außerdem in Fragen rund um die Patientenverfügung, Vorsorge- und Generalvollmacht. Auch für jeden jungen Menschen ist es sinnvoll, sich mit diesem Thema zu befassen. Wer von uns kann ausschließen, einmal in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden oder durch Krankheit in der eigenen Entscheidungsfreiheit eingeschränkt zu sein. Angehörige und Verwandte sowie behandelnde Ärzte stehen dann häufig vor „unlösbaren“ Problemen. Die Frage, ob beispielsweise ein Komapatient künstlich am Leben gehalten werden soll oder nicht, spaltet dann oft den Rest der Familie. Hier können Sie durch klare Anweisungen im Rahmen einer Patientenverfügung nicht nur sich sondern auch Ihren Angehörigen viel Leid ersparen. Zwingend erforderlich ist aus unserer Sicht die Vorsorgevollmacht im Rahmen einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, damit der Lebenspartner für den Anderen oder die Andere im Krankheitsfalle Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens weiterführen kann.